Salutogenese nach Aaron Antonovsky

Das Modell der Salutogenese wurde vom Soziologen Aaron Antonovsky erforscht und geprägt. Im Zentrum steht die Förderung und Stärkung der eigenen Ressourcen und Kompetenzen. Salutogenese ist gesundheitsorientiert und befasst sich, im Vergleich zur Pathogenese, mit der Gesundheit des Menschen und wie diese bestmöglich erhalten werden kann.
Während in der Pathogenese die Krankheit erforscht und bekämpft wird, fördert Salutogenese die Gesundheit durch den Prozess des Kohärenzgefühls.

Das Konzept des Kohärenzgefühls basiert auf drei wesentlichen Punkten:

  • Verstehbarkeit
  • Machbarkeit/Handhabbarkeit
  • Sinnhaftigkeit (Bedeutsamkeit)

Beeinflusst werden diese 3 Faktoren von den eigenen Lebenserfahrungen und dem sozialen Netzwerk. Auch in der Rehabilitationsmedizin gelten diese als Basisfundament.
Ohne das Kohärenzgefühl kann das Gesundwerden und das Gesundbleiben als Belastung wahrgenommen werden. Der dabei entstehende Stress fördert allerdings wiederrum die Bildung von Krankheiten und blockiert somit die Gesundung.
Zusammengefasst, durch den Ausbau bzw. die Stärkung der eigenen Ressourcen erhöht sich die Chance auf Gesundheitserhaltung und -förderung.

Die Grundbedingungen für Gesundheit von der WHO können als Leitfaden bei der Ressourcenfindung dienen. Ein kurzer Auszug:

  • Stabiles Selbstwertgefühl
  • Positives Verhältnis zum eigenen Körper
  • Freundschaft und soziale Beziehungen
  • Intakte Umwelt
  • Sinnvolle Arbeit und gesunde Arbeitsbedingungen
  • Eine lebenswerte Gegenwart und die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft.

H.J. Berberich; J. Neutze; D. Rösing (2006): „Salutogenese und Sexualmedizin.“ In: Der Urologe. 8. Jg. (2006), H. 45, S. 960-966. Online im Internet: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00120-006-1092-9