Selbsthilfegruppen weisen folgende Merkmale auf:

  • Die Mitglieder bzw. TeilnehmerInnen sind vom gleichen Problem betroffen.
  • Es gibt keine oder nur eine geringe Mitarbeit professioneller HelferInnen.
  • Es besteht keine Gewinnorientierung.
  • Das gemeinsame Ziel besteht in der Selbst- oder sozialen Veränderung.
  • Die Arbeitsform betont die gegenseitige Hilfe und die gleichberechtigte Zusammenarbeit.

Die Funktion von Selbsthilfegruppen kann aufgrund der Aussagen ihrer Verantwortlichen mit fünf Begriffen, umschrieben werden:

A wie Auffangen:
Neue Gruppenteilnehmer, die oft deprimiert, desorientiert sind und sich alleingelassen fühlen, werden in der Gruppe “aufgefangen”, indem sie den anderen ihr Leid schildern und ihre Situation darstellen können. Der neue Teilnehmer ist nicht mehr alleine, und die Angst wird durch die Offenheit in der Runde weniger.

E wie Ermutigen:
Teilnehmer erhalten das Gefühl, es auch zu schaffen, mit der neuen Situation fertig zu werden.

I wie Informieren
Die betroffenen Teilnehmer erhalten professionelle Informationen durch Vorträge von Fachleuten, Literaturhinweise u.a.

O wie Orientieren
Teilnehmer von Selbsthilfegruppen können sich durch das Kennenlernen von anderen Menschen, die an der gleichen Erkrankung leiden, und den gegenseitigen Erfahrungsaustausch mit ihnen orientieren. Sie lernen, ihre eigene Situation zu relativieren, ihre Ansprüche und Erwartungen an sich, an ihre unmittelbaren Mitmenschen und an die Professionisten im Gesundheitswesen neu auszurichten. So gewinnen sie Lebensqualität zurück und können Strategien für ein erfolgreiches Bewältigungsverhalten aufbauen.

U wie Unterhalten:
Neben den “fachlichen” Kontakten, die sich auf die Erkrankung und ihre Bewältigung beziehen, sind auch gesellschaftliche, freundschaftliche Bindungen der Gruppenteilnehmer untereinander durchaus erwünscht – wenngleich ein Selbsthilfegruppengespräch kein “Kaffeehausklatsch” sein sollte.